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• "Janusz Korczak als „pons inter nationes“, Michaël Kirchner (DE)
"Janusz Korczak als „pons inter nationes“ – als „Brücke zwischen den Völkern“.


„Eine Begegnung mit Korczak mobilisiert die Kräfte des Herzens, sie befördert Haltungen, in denen belächelte Tugenden wie Verstehen und Verständnis, Verzeihen und Barmherzigkeit, Güte und Liebe aufblühen.“
Von diesem Zitat Erich Dauzenroths ausgehend bedachte Michael Kirchner die Voraussetzungen und Grundlagen der Korczak und Dauzenroth verbindenden Versöhnungsarbeit im „brennenden Dreieck zwischen Polen, Juden und Deutschen“. Als die vier nicht nur auf einander bezogenen, sondern sich gegenseitig erschließenden Haltungen / Strukturen wurden reflektiert:

1. das „schöpferische Nicht-Wissen“ (Korczak),
2. das „Lesen“ des Anderen als „Hieroglyphen-Text“ (Korczak),
3. die Sensibilität für die Spuren der Vergangenheit und die Funken der Sehnsucht und
4. das Üben der Versöhnung.

Der Vortrag wurde mit je einem Zitat von Janusz Korczak und Erich Dauzenroth beschlossen, Zitaten, die wie ein Echo auf einander bezogen sind:

„Wir sind arm, unterstützen wir einander, wir sind traurig, trotzen wir miteinander. Wir werden eure Wunden heilen, ihr die unseren – und da wir Fehler haben, wollen wir uns gemeinsam bemühen, sie zu überwinden. Entfachen wir das gemeinsame Feuer, öffnen wir in seinem Licht unsere Herzen; das Böse werfen wir in die Flammen, das Gute – das Erhaltenswerte – das Ehrenhafte – in die gemeinsame Schatztruhe.“ (Korczak)

„Lassen Sie mich aus den Schatten fliehen und Hoffnung verkünden – Hoffnung, weil mir so viele Menschen begegnet sind, die in kleinen Welten still und unerkannt und ungeehrt, ein Stück Land beackern, das Blumen hervorbringt, nicht nur Brot der Erde, Blumen vom bittersüßen Duft des Jasmin. Dieser Ackerbau meint Verständigung, Verständnis, Verstehen – Versöhnung, von der oft und eilig die Rede ist, findet auf dem Narrenschiff statt – irgendwann.“ (Dauzenroth)

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